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Sabine Vogt reist aus Bad Schwartau nach Leopoldshöhe und nimmt erstmals an der Übungsleiter-Akademie teil.

Musik dröhnt aus der Box, die Referentin gibt den Takt vor und die Teilnehmerinnen sind mit großem Eifer bei der Sache - und mittendrin: Sabine Vogt. Die 62-Jährige besucht erstmals die verschiedenen Workshops bei der Übungsleiter-Akademie des Lippischen Turngaues und zeigt sich beeindruckt vom Super-Niveau.

"Tanz dich dich fit - Tanz einfach mit", heißt es gerade in der Dreifachhalle, als dem "Nordlicht" ein Lächeln über die Lippen huscht. Sie ist voll in ihrem Element und legt dennoch ein kurzes Päuschen ein, um über ihre Leidenschaft zum Sport zu plaudern. Eigens für diese Ideenbörse in Leopoldshöhe ist sie aus Bad Schwartau angereist, nachdem sie einen Tag vorher einen Besuchsstopp in Bad Salzuflen eingelegt hatte. "Ich bin Westfalen, ja auch dem Lippischen Turngau gut 20 Jahre verbunden", sagt Sabine Vogt, die zuvor in Buer, Dortmund und Schwerte gelebt hat. Edith Schäfer (TSV Bösingfeld) hatte die gebürtige Lübeckerin einst kennengelernt. "So habe ich im Lippischen Turngau quasi immer eine sportliche Heimat gehabt", freut sie sich. Edith Schäfer war auch maßgeblich an einer besonderen Staffelübergabe beteiligt. Denn nachdem Sabine Vogt 1999 nach Bad Schwartau zurückgekehrt war, gab die Bösingfelderin sie mit guten Worten in die Hände der schleswig-holsteinischen Landesfrauenwartin Bruni Wiedenhöft.
Nun feiert Sabine Vogt, die die Firma "Sportvital" im Bereich Präventionssport betreibt, ihre Premiere bei der Übungsleiter-Akademie in Lippe. "Das Niveau hier ist super", hat die 62-Jährige schon nach kurzer Zeit festgestellt. Das Angebot passt eben an diesem Tag in den Leopoldshöher Sporthallen. "Wir wollen ein paar Trends wie Parkour einbringen, aber auch Altbewährtes auffrischen. Alle Zielgruppen werden angesprochen", berichtet die Turngau-Geschäftsführerin Doris Tölle. Allein die Übungsleiterzahlen in den Vereinen bereiten den Verantwortlichen teilweise Kopfschmerzen. Tölle: "Das ist schon grenzwertig. Gerade die Dorfvereine haben zu kämpfen." Für den Lippischen Turngau ist die Akademie, früher bekannt unter Turnerinnen-Treffen, daher die wichtigste Veranstaltung im Frauen-Bereich. Entsprechend legen sich alle Verantwortlichen ins Zeug. Wie auch der gastgebende TuS Leopoldshöhe, der mit seinen fleißigen Helferinnen dem Turngau zur Seite steht und zum Beispiel in der Mensa ein üppiges Salat- und Kuchenbüffet aufgebaut hat.
Da möchte auch Sabine Vogt gleich hin, doch zunächst drängt sie darauf, in die Halle zurückzukehren. Eine der letzten Übungen wartet. "Wissen Sie: Je älter man wird, desto wichtiger ist es: Welche Menschen sind mir wichtig, und was tut mir gut." Der Sport tut der Norddeutschen in jedem Fall gut, und für den Sport ist ihr kein Weg zu weit. An die Rückfahrt nach Bad Schwartau denkt sie noch gar nicht, sie fühlt sich im Kreise des Lippischen Turngaues wohl. Und dann umarmt sie Doris Tölle. Beide hatten sich bei der Weltgymnaestrada Helsinki kennengelernt und wussten gleich: "Wir sprechen eine Sprache." Nun kullern bei Sabine Vogt auch ein paar Freudentränchen.

Text und Foto: Lippische Landeszeitung, Oliver König

 
 
 

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